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OLG München: Yelp muss Schadensersatz für schlechte Online-Bewertungen zahlen

Das Bewertungsportal “Yelp” muss nach aktuellen Urteilen des Oberlandesgerichts (OLG) München vom 13.11.2018 (Az. 18 U 1280/16 u.a.) an die Betreiberin dreier Fitnessstudios Schadensersatz in Höhe von knapp 800,00 Euro zzgl. Zinsen bezahlen.

Hintergrund der Klage waren die negative Gesamtbewertungen, welche die Fitnessstudios auf Yelp erhalten haben. Denn: Die auf Yelp angezeigte Durchschnittsnote war nur ein Mittelwert sogenannter “empfohlener Bewertungen”. Welche Bewertungen jedoch als “empfohlen” gelten, bestimmt Yelp mittels eines geheimen Algorithmus.

Das OLG München stufte diese Praxis nun als rechtswidrig ein, da dadurch ein verzerrtes Bild des bewertenden Unternehmens dargestellt werde. Die abgebildete Gesamtbewertung stelle nämlich eine eigene Aussage von Yelp dar und kein objektives Bild. Damit sei die Gesamtbewertung nicht als Tatsachenbehauptung, sondern als Meinungsäußerung zu qualifizieren. Wäge man nun die Meinungsfreiheit mit dem Unternehmenspersönlichkeitsrecht und dem Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb ab, überwiege letzteres.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen.