Rechtsanwalt für Arbeitsrecht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Aktuelles

Neues aus dem Arbeitsrecht.

LAG Rheinland-Pfalz: Kein Anspruch auf ungeknicktes und ungetackertes Arbeitszeugnis

Nach einem aktuellen Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz vom 09.11.2017 (Az. 5 Sa 314/17) hat ein Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber keinen Anspruch auf Erteilung eines ungeknickten und ungetackerten Arbeitszeugnisses.

In dem Verfahren des LAG ging es um folgenden Sachverhalt: Der Kläger hatte ursprünglich bei einem Zeitarbeitsunternehmen gearbeitet. Nachdem er gekündigt wurde, reichte er Kündigungsschutzklage ein. Vor Gericht wurde sodann zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Vergleich geschlossen, der unter anderem eine Abfindung in Höhe von 3.000,00 Euro sowie die Erteilung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses vorsah. Die Vergleichsklausel bezüglich des Arbeitszeugnisses lautete wie folgt:

"Die Beklagte erteilt dem Kläger unter dem Datum 30.11.2015 ein dem bereits erteilten Zwischenzeugnis entsprechendes Endzeugnis mit einer guten Bewertung von Leistung und Verhalten (stets zur vollen Zufriedenheit/jederzeit einwandfrei)."

Als der Kläger sein Arbeitszeugnis erhielt, war er mit diesem jedoch so überhaupt nicht einverstanden. Unter anderem bemängelte er, dass das Arbeitszeugnis geknickt und getackert war - und klagte erneut.

Wie das LAG jedoch nun entschieden hat, hat der Kläger hierauf keinen Anspruch. Ein Arbeitszeugnis könne durchaus geknickt sein, so das Gericht. Es genüge, dass das Originalzeugnis kopierfähig sei und die Knicke im Zeugnisbogen sich nicht auf den Kopien abzeichneten, zum Beispiel durch Schwärzungen.

Ein Arbeitszeugnis dürfe zudem getackert werden. Eine Tackerung stelle kein unzulässiges Geheimzeichen dar, wenn der Arbeitgeber die Blätter des Zeugnisses mit einem Heftgerät körperlich miteinander verbindet (umgangssprachlich "tackert"). Das Gericht meint, es gebe keinerlei Belege dafür, dass ein "getackertes Zeugnis" einem unbefangenen Arbeitgeber mit Berufs- und Branchenkenntnis signalisiert, der Zeugnisaussteller sei mit dem Arbeitnehmer nicht zufrieden gewesen.

Welche Geheimzeichen und Geheimcodes es bei Arbeitszeugnisses wirklich gibt, teile ich Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung mit. Lassen Sie Ihr Arbeitszeugnis übersetzen und erfahren Sie, welche Note Sie von Ihrem Arbeitgeber wirklich erhalten haben.