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Arbeitgeber muss Mitarbeiter zum Urlaub auffordern

An dieser Stelle wurde bereits über die neue Urlaubs-Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, Urteil vom 06.11.2018, Az. C-684/16) berichtet: Wird ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber nicht über seine Urlaubsansprüche informiert, verfallen diese nicht ohne weiteres.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln geht bei seiner Umsetzung dieser Entscheidung nun noch weiter - und zwar sehr zu Lasten der Arbeitgeberseite: Nach dem aktuellen Urteil des LAG Köln vom 09.04.2019, Az. 4 Sa 424/18 müsse der Arbeitgeber

“konkret und in völliger Transparent dafür (…) sorgen, dass der Arbeitnehmer tatsächlich in der Lage ist, seinen bezahlten Jahresurlaub zu nehmen, indem er ihn - erforderlichenfalls fömlich - auffordert, dies zu tun.”

Unternehmen müssen ihren Angestellten daher klar und rechtzeitig mitteilen, dass der Urlaub möglicherweise verfalle, wenn sie ihn nicht innerhalb des aktuellen Jahres oder ggf. des Übertragungszeitraumes nehmen.

Bei längerer krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit verfällt der Urlaubsanspruch normalerweise spätestens nach 15 Monaten - doch auch hiervon will das LAG Köln eine Ausnahme machen. Denn anders als in den Fällen der Langzeiterkrankung genieße der Arbeitgeber keinerlei Schutz, wenn er seinen Mitarbeiter nicht über dessen Urlaubsanspruch aufkläre.

Welche erheblichen negativen Folgen dies für Arbeitgeber haben kann, zeigt sich an dem Fall, der am LAG Köln verhandelt wurde: Der Arbeitnehmer konnte die finanzielle Abgeltung aller noch offener Urlaubstage der letzten Jahre von seinem Arbeitgeber verlangen.