Rechtsanwalt für Arbeitsrecht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Arbeitsrecht

Urlaub

Recht auf Urlaub

Arbeitnehmern stehen jährlich mindestens 20 Urlaubstage zu, sofern sie an 5 Tagen in der Woche arbeiten. Dies ergibt sich aus § 3 des Bundesurlaubsgesetztes, wo in Absatz 1 zwar von 24 Urlaubstages gesprochen wird - dies bezieht sich jedoch auf eine 6-Tages-Woche (Montag bis Samstag).

Meist haben Arbeitnehmer jedoch deutlich mehr Urlaubstage im Jahr. Der tatsächliche Anspruch bestimmt sich entweder nach den Regelungen im Arbeitsvertrag oder nach den Vorschriften des Tarifvertrags. Oftmals ist zur Ermittlung des Gesamturlaubsanspruchs eine anwaltliche Beratung hilfreich.

Treten Arbeitnehmer eine neue Arbeitsstelle an, gilt es zu beachten, dass der vollständige Urlaubsanspruch erst nach 6 Monaten (also meist nach Ende der Probezeit) entsteht. So sagt § 4 des Bundesurlaubsgesetztes: "Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben". Das heißt: Beginnt das Arbeitsverhältnis etwa am 01. Januar und steht im Arbeitsvertrag ein gesamter Urlaubsanspruch von 30 Tagen, können diese 30 Tage nicht bereits in den Monaten Januar bis Juli genommen werden. Stattdessen wird der Urlaubsanspruch zunächst in 12 gleiche Teile (für jeden der 12 Monate) aufgeteilt.


Wechsel des Arbeitgebers

Doch was passiert mit den Urlaubstagen, wenn der Arbeitnehmer mitten im Jahr seinen Arbeitsplatz kündigt oder gekündigt wird und zu einem neuen Arbeitgeber wechselt?

Tritt der Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr eine neue Arbeitsstelle an, verlangt der neue Arbeitgeber oftmals eine Bescheinigung über die bereits genommenen Urlaubstage. Warum ist das so? Nach § 6 des Bundesurlaubsgesetzes hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch mehr auf diejenigen Urlaubstage, die er bereits bei seinem alten Arbeitgeber genommen hat. Die zusätzlichen Urlaubstage darf der Arbeitnehmer jedoch sehr wohl noch im laufenden Kalenderjahr nehmen! Arbeitnehmer sollten daher darauf achten, dass ihnen von ihrem neuen Arbeitgeber nicht zu Unrecht Urlaubstage gestrichen werden.

Mit einem Urteil vom 16.12.2014 (Az. 9 AZR 295/13) hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden, dass der Arbeitnehmer darlegen und beweisen muss, dass der frühere Arbeitgeber keinen oder zu wenig Urlaub gewährt hat. Gerichtliche Prozesse wegen Urlaubsansprüchen sollten daher dringend von spezialisierten Rechtsanwälten für Arbeitsrecht geführt werden, die hiermit vertraut sind.


Abgeltung von Urlaubsansprüchen

Scheidet ein Arbeitnehmer aus dem Unternehmen aus - etwa weil er gekündigt wurde oder selbst gekündigt hat - steht ihm ein Anspruch auf Auszahlung (das heißt Abgeltung) der noch offenen Urlaubstage zu, die er bislang nicht nehmen konnte.


Übertragung von Urlaubstagen in Folgejahre

Nicht jedem Arbeitnehmer gelingt es, alle seine Urlaubstage in dem dafür vorgesehenen Jahr zu nehmen. Oftmals wollen Arbeitnehmer die Urlaubstage daher in das Folgejahr übertragen. Manchmal gelingt es jedoch - zum Beispiel wegen Krankheit - nicht, diese Urlaubstage zu nehmen. Es stellt sich daher die Frage, ob und - wenn ja - wann Urlaubstage verfallen.